Getreidefrei oder mit Getreide? Was Hunde und Katzen wirklich brauchen

Getreidefreies Tierfutter hat sich in den vergangenen Jahren zu einem starken Ernährungstrend entwickelt. Verpackungen und Werbeaussagen vermitteln häufig den Eindruck, dass Produkte ohne Getreide natürlicher, hochwertiger oder besser verträglich seien. Die wissenschaftliche Datenlage ist jedoch deutlich differenzierter. Untersuchungen zeigen, dass getreidefreie Rezepturen sehr unterschiedlich zusammengesetzt sein können und sich ihre gesundheitlichen Vor- und Nachteile nicht pauschal bewerten lassen [1,2].

Viele Hunde- und Katzenhalter verbinden den Begriff „getreidefrei“ automatisch mit Qualität. Gleichzeitig werden klassische Futtersorten mit Getreide oft als minderwertig angesehen, obwohl Getreide in ausgewogenen Rezepturen durchaus eine sinnvolle Rolle spielen kann. Studien zu Kaufentscheidungen im Heimtierbereich zeigen, dass Marketing, Verpackung und Gesundheitsversprechen das Verhalten vieler Käufer stark beeinflussen [3].

Dadurch entsteht schnell Unsicherheit: Ist Getreide tatsächlich problematisch oder werden Risiken und Vorteile in der öffentlichen Diskussion teilweise überzeichnet? Genau hier setzt dieser Artikel an. Er erklärt, wann getreidefreies Futter sinnvoll sein kann, wann Vorsicht angebracht ist und warum Kriterien wie Nährstoffbalance, Zutatenqualität und individuelle Verträglichkeit meist wichtiger sind als der bloße Hinweis „getreidefrei“ auf der Verpackung.

Warum getreidefreies Futter so beliebt geworden ist

Der Boom getreidefreier Tiernahrung hängt eng mit veränderten Erwartungen vieler Tierhalter zusammen. Hersteller präsentieren entsprechende Produkte häufig als besonders ursprünglich, artgerecht oder gesund. Vor allem bei Hunden wird oft argumentiert, dass eine Ernährung ohne Getreide näher an der natürlichen Nahrung ihrer Vorfahren liege. Gleichzeitig werben viele Marken mit Begriffen wie „hypoallergen“ oder „leicht verdaulich“, obwohl echte Getreideallergien bei Hunden und Katzen vergleichsweise selten vorkommen [1,2].

Auch die Gestaltung moderner Verpackungen beeinflusst die Wahrnehmung stark. Bilder von frischem Fleisch, Gemüse oder naturbelassenen Zutaten vermitteln schnell den Eindruck höherer Qualität. Laut Untersuchungen zu Kaufentscheidungen im Heimtiermarkt spielen Gesundheitsversprechen, Inhaltsstofflisten und emotionale Faktoren eine zentrale Rolle bei der Auswahl von Futterprodukten [3]. Viele Tierhalter achten deshalb gezielt auf Schlagworte wie „grain free“, ohne die gesamte Zusammensetzung des Futters genauer zu prüfen.

Hinzu kommt, dass bestimmte Marketingbegriffe wissenschaftlich nur begrenzt aussagekräftig sind. Bezeichnungen wie „human-grade“, „natürlich“ oder „frei von Füllstoffen“ klingen hochwertig, sind aber nicht automatisch ein Beweis für eine bessere ernährungsphysiologische Qualität [4,3]. Entscheidend bleibt letztlich, ob ein Futter den Nährstoffbedarf des Tieres zuverlässig deckt und sinnvoll zusammengesetzt ist. Ein getreidefreies Etikett allein sagt darüber nur wenig aus [1,2].

Brauchen Hunde und Katzen überhaupt Getreide?

Ob Hunde und Katzen Getreide benötigen, lässt sich nicht mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten. Entscheidend sind die Unterschiede im Stoffwechsel der beiden Tierarten sowie die gesamte Zusammensetzung des Futters. Hunde haben sich im Verlauf der Domestikation an stärkereiche Nahrung angepasst und können Stärke aus Getreide grundsätzlich gut verdauen, wenn die Zutaten ausreichend verarbeitet wurden [1,2]. Gekochter Reis, Hafer oder Mais dienen deshalb in vielen Futtersorten als gut verfügbare Energiequelle.

Katzen unterscheiden sich ernährungsphysiologisch deutlich von Hunden. Sie gelten als obligate Karnivoren und sind besonders auf tierische Proteine und bestimmte tierische Nährstoffe angewiesen. Dennoch bedeutet das nicht automatisch, dass jede Kohlenhydratquelle ungeeignet ist. Auch bei Katzen können kleinere Mengen an Stärke oder anderen pflanzlichen Bestandteilen technologisch sinnvoll sein, etwa für die Herstellung von Trockenfutter oder zur Stabilisierung der Rezeptur [1,2]. Bei der praktischen Auswahl kann ein Blick auf unterschiedliche Trockenfutter für Katzen helfen, weil Zusammensetzung und Kohlenhydratquellen je nach Produkt deutlich variieren.

Getreide liefert je nach Sorte nicht nur Kohlenhydrate, sondern auch Ballaststoffe, B Vitamine, Spurenelemente und teilweise pflanzliche Proteine [5]. Ballaststoffe unterstützen unter anderem die normale Verdauung und können Einfluss auf die Darmgesundheit haben. Deshalb ist Getreide nicht grundsätzlich als bloßer „Füllstoff“ zu betrachten.

Für die Verträglichkeit eines Futters ist meist entscheidender, wie ausgewogen die gesamte Rezeptur aufgebaut ist. Qualität der Rohstoffe, Verarbeitung, Nährstoffverteilung und individuelle Empfindlichkeiten des Tieres spielen häufig eine größere Rolle als die reine Frage, ob Getreide enthalten ist oder nicht [1].

Welche Mythen rund um Getreide im Tierfutter kursieren

Rund um Getreide im Hunde- und Katzenfutter halten sich viele Behauptungen, die wissenschaftlich nur teilweise oder gar nicht belegt sind. Besonders häufig wird Getreide pauschal als „Füllstoff“ bezeichnet. Dieser Begriff suggeriert, dass solche Zutaten keinen ernährungsphysiologischen Nutzen hätten. Tatsächlich können verschiedene Getreidearten jedoch wichtige Nährstoffe liefern, darunter Energie, Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe [4,5]. Ob eine Zutat sinnvoll ist, hängt daher stärker von ihrer Funktion in der gesamten Rezeptur ab als vom Begriff selbst.

Ein weiterer verbreiteter Mythos lautet, dass getreidefreies Futter automatisch mehr Fleisch oder hochwertigere Zutaten enthalte. Das ist nicht grundsätzlich der Fall. Viele getreidefreie Produkte ersetzen Getreide durch andere Kohlenhydratquellen wie Kartoffeln, Erbsen, Linsen oder Tapioka. Dadurch sinkt der Kohlenhydratanteil nicht automatisch, sondern die Zusammensetzung verändert sich lediglich [1]. Die Qualität eines Futters lässt sich deshalb nicht allein daran erkennen, ob Getreide enthalten ist oder nicht [4].

Auch Zusatzstoffe und industrielle Verarbeitung werden oft grundsätzlich negativ dargestellt. Dabei erfüllen viele Zusatzstoffe wichtige Aufgaben, etwa zur Stabilisierung von Vitaminen oder zur Haltbarkeit des Futters. Wissenschaftliche Übersichtsarbeiten zeigen, dass Verarbeitung und Zusatzstoffe nicht automatisch gesundheitsschädlich sind. Entscheidend sind die Qualität der eingesetzten Rohstoffe, die Produktsicherheit und eine ausgewogene Nährstoffzusammensetzung [4,6].

Missverständlich ist außerdem die Annahme, dass lange Zutatenlisten oder exotische Bestandteile automatisch besser seien. Begriffe wie Büffel, Wild, Quinoa oder Süßkartoffel wirken hochwertig, sagen aber wenig über die tatsächliche Nährstoffqualität aus. Für Hunde und Katzen zählt vor allem, ob ein Futter bedarfsgerecht zusammengesetzt und gut verträglich ist [2].

Wann getreidefreies Futter tatsächlich sinnvoll sein kann

Trotz vieler übertriebener Werbeaussagen gibt es Situationen, in denen getreidefreies Futter für einzelne Tiere sinnvoll sein kann. Dazu gehören vor allem nachgewiesene Futtermittelallergien oder bestimmte Unverträglichkeiten. In solchen Fällen wird häufig eine Eliminationsdiät eingesetzt, bei der potenziell problematische Zutaten gezielt ausgeschlossen werden [1,2]. Wichtig ist dabei, dass nicht pauschal auf Getreide verzichtet wird, sondern die konkrete Ursache der Beschwerden identifiziert wird.

Auch bei einigen Verdauungsproblemen oder speziellen Diäten können bestimmte getreidefreie Rezepturen individuell besser geeignet sein. Manche Hunde vertragen einzelne Kohlenhydratquellen schlechter als andere oder profitieren von einer angepassten Zusammensetzung der Ballaststoffe. Entscheidend ist jedoch immer die gesamte Rezeptur und nicht allein der Verzicht auf Getreide.

Oft wird angenommen, dass „getreidefrei“ automatisch „hypoallergen“ bedeutet. Das ist jedoch nicht korrekt. Viele dieser Futtersorten enthalten stattdessen andere pflanzliche Zutaten wie Erbsen, Kartoffeln oder Hülsenfrüchte [1,7]. Auch diese Bestandteile können individuell unverträglich sein oder die Nährstoffzusammensetzung deutlich verändern.

Deshalb sollte die Wahl eines speziellen Futters idealerweise gemeinsam mit Tierärztinnen oder Tierärzten erfolgen. Eine fachliche Einschätzung hilft dabei, tatsächliche Allergien, Verdauungsprobleme oder besondere Ernährungsbedürfnisse von allgemeinen Ernährungstrends zu unterscheiden [2].

Das Thema dilatative Kardiomyopathie: Was bisher bekannt ist

Seit den Warnmeldungen der US-amerikanischen FDA im Jahr 2018 wird intensiv darüber diskutiert, ob bestimmte getreidefreie Futtermittel mit einer erhöhten Zahl von Fällen dilatativer Kardiomyopathie (DCM) bei Hunden zusammenhängen könnten. Dabei fiel auf, dass viele betroffene Tiere Futtermittel erhielten, die große Mengen an Hülsenfrüchten wie Erbsen oder Linsen sowie Kartoffeln enthielten und gleichzeitig als getreidefrei vermarktet wurden. [7,8]

Wichtig ist jedoch, dass die Forschung bisher keinen einfachen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang bestätigen konnte. Nicht jedes getreidefreie Futter führt zu Herzproblemen, und nicht jeder Hund reagiert gleich auf bestimmte Rezepturen. Wissenschaftliche Übersichtsarbeiten betonen, dass die Ursachen wahrscheinlich multifaktoriell sind. Diskutiert werden unter anderem die Nährstoffzusammensetzung, die Verfügbarkeit einzelner Aminosäuren, Unterschiede in der Verarbeitung sowie individuelle genetische Faktoren bestimmter Rassen. [1,7]

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Nährstoff Taurin. Taurin ist für die Herzfunktion wichtig, und bei einigen betroffenen Hunden wurden niedrige Taurinspiegel festgestellt. Studien an Golden Retrievern zeigten, dass taurinarme Werte und DCM häufiger bei bestimmten futterbezogenen Konstellationen vorkamen, insbesondere bei Rezepturen mit hohen Anteilen an Hülsenfrüchten. [8] Allerdings entwickeln nicht alle Hunde mit niedrigem Taurinspiegel eine Herzkrankheit, und manche betroffene Tiere weisen normale Taurinwerte auf. Auch deshalb gilt die wissenschaftliche Lage weiterhin als komplex. [7,8]

Für Tierhalter bedeutet das vor allem: Die derzeitige Studienlage erlaubt weder die pauschale Bewertung getreidefreier Futtermittel als gefährlich noch die Annahme, dass Getreide grundsätzlich vor DCM schützt. Entscheidend ist die gesamte Rezeptur und ob ein Futter bedarfsgerecht zusammengesetzt wurde. Fachleute empfehlen daher, insbesondere bei langfristiger Fütterung exotischer oder stark hülsenfruchtreicher Rezepturen auf eine ausgewogene Nährstoffversorgung zu achten und gesundheitliche Auffälligkeiten tierärztlich abklären zu lassen. [1,7]

Ballaststoffe, Darmflora und Verdauung

Bei der Diskussion über getreidehaltiges oder getreidefreies Tierfutter wird häufig übersehen, dass für die Verdauung vor allem die Qualität und Zusammensetzung der Ballaststoffe entscheidend sind. Ballaststoffe können Wasser binden, die Kotkonsistenz beeinflussen und als Nährstoffquelle für nützliche Darmbakterien dienen. Dabei ist nicht nur die Menge wichtig, sondern auch die Art der verwendeten Faserquellen. [5]

Sowohl getreidehaltige als auch getreidefreie Futtermittel können funktionelle Ballaststoffe enthalten. In klassischen Rezepturen stammen diese beispielsweise aus Hafer, Gerste oder Reiskleie. Getreidefreie Produkte nutzen dagegen häufig Zutaten wie Rübenschnitzel, Erbsenfasern, Kartoffelfasern oder andere pflanzliche Bestandteile. Entscheidend ist deshalb weniger das Schlagwort „mit Getreide“ oder „ohne Getreide“, sondern wie sinnvoll die einzelnen Komponenten kombiniert werden. [5,9]

Die Forschung zeigt außerdem, dass die Ernährung einen starken Einfluss auf das Darmmikrobiom von Hunden und Katzen hat. Die Zusammensetzung der Darmflora kann wiederum Auswirkungen auf Verdauung, Stoffwechsel und bestimmte Immunfunktionen haben. Veränderungen bei Protein-, Fett- und Faserquellen beeinflussen, welche Mikroorganismen sich im Darm vermehren und welche Stoffwechselprodukte entstehen. [9]

Aktuelle Studien zu funktionellen Faserquellen deuten darauf hin, dass lösliche und unlösliche Ballaststoffe gemeinsam positive Effekte auf die Darmgesundheit und die Kotqualität haben können. Bei jungen Katzen wurden beispielsweise Verbesserungen bestimmter Verdauungsparameter beobachtet, wenn Futtermittel gezielt mit unterschiedlichen Faserarten ergänzt wurden. [10]

Für Tierhalter bedeutet das: Ein Futter ist nicht automatisch besser, nur weil es als getreidefrei beworben wird. Ebenso wenig ist Getreide grundsätzlich problematisch. Wichtiger sind eine ausgewogene Rezeptur, gut verträgliche Faserquellen und eine insgesamt bedarfsgerechte Nährstoffversorgung. [5,9]

Woran Tierhalter gutes Futter wirklich erkennen

Ob ein Tierfutter hochwertig ist, lässt sich nicht allein an Begriffen wie „getreidefrei“, „natürlich“ oder „Premium“ erkennen. Entscheidend sind vielmehr eine ausgewogene Nährstoffzusammensetzung, nachvollziehbare Qualitätskontrollen und eine fachlich fundierte Rezeptur. Wissenschaftliche Übersichtsarbeiten zeigen, dass emotionale Werbeaussagen und Verpackungsbegriffe Kaufentscheidungen oft stärker beeinflussen als objektive Qualitätskriterien. [3,2]

Ein gutes Alleinfuttermittel sollte den Bedarf an Proteinen, Fetten, Vitaminen, Mineralstoffen und essenziellen Aminosäuren zuverlässig decken. Dabei spielt es zunächst keine zentrale Rolle, ob Getreide enthalten ist oder nicht. Wichtig ist vielmehr, dass die Inhaltsstoffe sinnvoll kombiniert werden und die Nährstoffe für Hund oder Katze verfügbar und verträglich sind. [2]

Tierhalter können sich unter anderem an der vollständigen Deklaration, der ernährungsphysiologischen Zweckbestimmung, transparenten Herstellerangaben und anerkannten Qualitätsstandards orientieren. Hilfreich sind transparente Deklarationen, klare Angaben zu den verwendeten Rohstoffen sowie Informationen zur Qualitätskontrolle und ernährungswissenschaftlichen Expertise des Herstellers. Unternehmen, die Fütterungsversuche, Qualitätsprüfungen oder die Zusammenarbeit mit Tierernährungsfachleuten offen kommunizieren, bieten oft eine bessere Grundlage zur Bewertung als reine Marketingbegriffe auf der Verpackung. [3,2]

Auch der Verarbeitungsgrad eines Futters sollte differenziert betrachtet werden. Trocken- und Nassfutter werden technisch verarbeitet, um Haltbarkeit, Sicherheit und eine stabile Nährstoffversorgung zu gewährleisten. Verarbeitung allein macht ein Futtermittel deshalb nicht automatisch schlechter. Entscheidend ist, ob die Rezeptur ernährungsphysiologisch ausgewogen bleibt und die Herstellung unter kontrollierten Bedingungen erfolgt. [6] Wer verschiedene Produkte vergleichen möchte, kann sich bei Katzen zusätzlich die Übersichten zu Trockenfutter und Nassfutter ansehen.

Lange Zutatenlisten oder exotische Bestandteile wirken auf viele Tierhalter besonders hochwertig, sind aber kein verlässlicher Qualitätsnachweis. Ein einfach zusammengesetztes Futter mit klar definierten Inhaltsstoffen und ausgewogener Rezeptur kann ernährungsphysiologisch sinnvoller sein als ein Produkt mit auffälligem Marketing und zahlreichen Trendzutaten. [3,2]

Am Ende zählt deshalb weniger ein einzelnes Schlagwort auf der Verpackung als die Gesamtheit aus Nährstoffbalance, Verträglichkeit, Qualitätsmanagement und wissenschaftlich fundierter Formulierung. Sowohl getreidehaltige als auch getreidefreie Futtermittel können diese Anforderungen erfüllen, wenn sie sorgfältig entwickelt wurden. [6,2]

Fazit

  • Nicht das Getreide entscheidet allein über die Qualität

Die Diskussion rund um getreidefreies Tierfutter wird häufig sehr emotional geführt. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen jedoch, dass Getreide weder grundsätzlich schädlich noch automatisch notwendig für Hunde und Katzen ist. Entscheidend ist vielmehr, ob ein Futter den Nährstoffbedarf des Tieres zuverlässig deckt und sinnvoll formuliert wurde.[1,2]

Getreidefreie Rezepturen können in bestimmten Situationen sinnvoll sein, etwa bei nachgewiesenen Unverträglichkeiten oder wenn ein Tier individuell besser mit einer bestimmten Zusammensetzung zurechtkommt. Daraus lässt sich jedoch kein allgemeiner Gesundheitsvorteil für alle Hunde und Katzen ableiten. Studien weisen außerdem darauf hin, dass manche getreidefreien Futtermittel hohe Mengen an Hülsenfrüchten oder Kartoffeln enthalten können, die derzeit weiter erforscht werden.[1,7]

Für Tierhalter lohnt es sich daher, weniger auf Schlagwörter wie „grain free“, „natürlich“ oder „premium“ zu achten und stattdessen die gesamte Rezeptur zu betrachten. Wichtige Kriterien sind eine ausgewogene Nährstoffversorgung, transparente Herstellerangaben, nachvollziehbare Qualitätskontrollen und eine bedarfsgerechte Zusammensetzung für Alter, Aktivität und Gesundheitszustand des Tieres.[2]

Bei gesundheitlichen Problemen, Verdauungsbeschwerden oder dem Verdacht auf Futtermittelallergien sollte die Futterwahl idealerweise gemeinsam mit Tierärztinnen oder Tierärzten erfolgen. So lässt sich besser beurteilen, ob eine getreidefreie Ernährung tatsächlich sinnvoll ist oder ob andere Faktoren eine größere Rolle spielen.[1,7,2]

Quellen

  1. Jing Zhang, Yun Ji, Ying Yang, Zhenlong Wu. Grain-Free Diets for Dogs and Cats: An Updated Review Focusing on Nutritional Effects and Health Considerations.. Animals : an open access journal from MDPI. 2025. doi:10.3390/ani15142020
  2. Sherry Lynn Sanderson. Pros and Cons of Commercial Pet Foods (Including Grain/Grain Free) for Dogs and Cats.. The Veterinary clinics of North America. Small animal practice. 2021. doi:10.1016/j.cvsm.2021.01.009
  3. Ai C, Akaichi F, Glenk K, Revoredo-Giha C, Costa-Font M. What Drives Pet Food Choices? A Systematic Literature Review.. 2025. doi:10.3390/ani15223235
  4. Jobe MT, Downs KM. Systematic Review and Meta-Analysis of Quality Claims Associated with Fresh Pet Food: Evaluating Scientific Evidence for Additives, Ingredient Quality, and Effects of Processing in Pet Nutrition.. 2025. doi:10.3390/ani16010041
  5. M de Godoy, Katherine R. Kerr, G. C. Fahey. Alternative Dietary Fiber Sources in Companion Animal Nutrition. Nutrients. 2013. doi:10.3390/nu5083099
  6. Tanprasertsuk J, Tate DE, Tarr DS, Shmalberg J. Does the definition of human ultra-processed foods apply to dog and cat foods? A review of pet food processing techniques, their impact on health, and a call for pet food processing classification.. 2026. doi:10.3389/fvets.2026.1690420
  7. Léa Mornard, Anna Carolina Massara Brasileiro, Mário Marcondes-Santos. Role of Diet as a Predisposing Factor for Dilated Cardiomyopathy in Dogs: A Narrative Review.. Veterinary sciences. 2025. doi:10.3390/vetsci12111106
  8. Eric Ontiveros, Bradley D. Whelchel, Joshua Yu, et al. Development of plasma and whole blood taurine reference ranges and identification of dietary features associated with taurine deficiency and dilated cardiomyopathy in golden retrievers: A prospective, observational study. PLoS ONE. 2020. doi:10.1371/journal.pone.0233206
  9. Benlu Yang, Shengwei Zhong, Jue Wang, Wanting Yu. Dietary Modulation of the Gut Microbiota in Dogs and Cats and Its Role in Disease Management.. Microorganisms. 2025. doi:10.3390/microorganisms13122669
  10. Allison P McGrath, Michael L Faurot, Cheryl A Stiers, John Brejda, Elizabeth M Morris. Food supplemented with a novel fiber blend containing soluble and insoluble fiber supported growth and fecal parameters indicative of gastrointestinal health in kittens.. Journal of animal science. 2025. doi:10.1093/jas/skaf408

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