Viele Aussagen auf Verpackungen von Hunde- und Katzenfutter wirken auf den ersten Blick eindeutig. Bei genauerem Hinsehen sind sie aber oft weniger aussagekräftig als gedacht. Begriffe wie „natürlich“, „premium“ oder „fleischreich“ vermitteln Qualität, sagen allein jedoch wenig darüber aus, ob ein Futter ernährungsphysiologisch ausgewogen ist oder hochwertige Rohstoffe enthält.[1,2,10]
Gerade Bilder von frischem Fleisch, Gemüse oder Kräutern erzeugen schnell den Eindruck eines besonders hochwertigen Produkts. Die tatsächliche Zusammensetzung kann deutlich nüchterner ausfallen. Auch stark verarbeitete Produkte können mit Begriffen beworben werden, die Verbraucher intuitiv mit Frische oder Natürlichkeit verbinden.[1,3]
Für Hunde- und Katzenhalter lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die vollständige Deklaration. Wichtig sind vor allem die Zutatenliste, die analytischen Bestandteile, die Feuchtigkeit, die Fütterungsempfehlung und die Frage, ob es sich um ein Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel handelt.[7,9,10]
Dieser Artikel erklärt, wie typische Begriffe auf Tierfutterverpackungen zu verstehen sind, welche Angaben leicht missverstanden werden und worauf Halter beim Vergleich verschiedener Futtersorten achten sollten.
Warum Tierfutterdeklarationen oft missverstanden werden
Viele Hunde- und Katzenhalter orientieren sich beim Einkauf zuerst an auffälligen Schlagworten auf der Vorderseite der Verpackung. Begriffe wie „frisch“, „natürlich“, „premium“ oder „reich an Fleisch“ wirken hochwertig und leicht verständlich. Die vollständige Deklaration mit Zutatenliste und Analysewerten wird dagegen oft nur kurz geprüft.[1,2,10]
Das ist verständlich, aber problematisch. Ein Etikett enthält nicht nur Pflichtangaben, sondern auch Marketing. Verpackungen können Bilder und Formulierungen nutzen, die vor allem einen positiven Eindruck erzeugen sollen. Daraus folgt nicht automatisch, dass ein Produkt ernährungsphysiologisch besser ist.[2,10]
Hinzu kommt, dass viele Begriffe für Verbraucher hochwertiger klingen, als sie tatsächlich definiert sind. „Premium“, „super premium“ oder „holistisch“ sagen allein wenig über die Nährstoffqualität aus. Entscheidend bleibt, ob ein Futter den Bedarf des Tieres deckt und ob die Zusammensetzung nachvollziehbar ist.[7,9,10]
Auch die Verarbeitung eines Futters wird häufig falsch eingeordnet. Viele Verbraucher setzen stark verarbeitete Produkte automatisch mit schlechter Qualität gleich. Aktuelle Übersichtsarbeiten zeigen jedoch, dass sich Begriffe aus der Humanernährung nicht ohne Weiteres auf Hunde- und Katzenfutter übertragen lassen.[3] Verarbeitung kann Nährstoffe beeinflussen, dient aber auch der Haltbarkeit, Sicherheit und gleichbleibenden Qualität.
Ein hoher Preis, moderne Verpackung oder starke Werbeaussagen ersetzen deshalb keine kritische Prüfung der Deklaration. Wer Zutatenliste, Analysewerte und Fütterungshinweise gemeinsam betrachtet, kann Werbesprache besser von ernährungsphysiologisch relevanten Informationen unterscheiden.[4,9,10]
Was Begriffe wie „mit Rind“, „reich an Huhn“ oder „Menü“ bedeuten
Viele Produktnamen klingen eindeutiger, als sie sind. Besonders häufig betrifft das Angaben zu Fleischanteilen und verwendeten Tierarten. Ein Futter mit der Aufschrift „mit Rind“ besteht nicht automatisch überwiegend aus Rind. Nach dem FEDIAF Labelling Code bedeutet „mit Rind“ mindestens 4 Prozent Rindanteil. „Reich an Rind“ bedeutet mindestens 14 Prozent Rindanteil. Begriffe wie „Rind Menü“ oder „Rind Dinner“ setzen mindestens 26 Prozent der genannten Komponente voraus.[8]
Diese Regeln sind für Verbraucher sehr wichtig. Ein Produkt kann deutlich nach einer bestimmten Tierart klingen, obwohl diese Zutat nur einen begrenzten Anteil der Rezeptur ausmacht. Deshalb reicht der Produktname allein nicht aus. Prüfen Sie immer die Zutatenliste und die genauen Prozentangaben.[7,8]
Auch die Reihenfolge der Zutatenliste wird häufig missverstanden. Zutaten werden in der Regel nach ihrem Gewicht vor der Verarbeitung aufgeführt. Frischfleisch enthält viel Wasser. Dadurch kann es weit vorne in der Zutatenliste stehen, obwohl der tatsächliche Trockensubstanzanteil nach der Verarbeitung niedriger ist. Getrocknete Zutaten wie Fleischmehl, Maismehl oder Reisprotein enthalten weniger Wasser und wirken dadurch in der Liste manchmal weniger dominant, obwohl sie für die Nährstoffzusammensetzung relevant sein können.
Fleischmehl ist nicht automatisch minderwertig. Es enthält bereits getrocknete tierische Bestandteile und ist dadurch konzentrierter als Frischfleisch. Entscheidend ist, wie genau die Zutat deklariert ist und ob die gesamte Rezeptur den Bedarf von Hund oder Katze deckt.[9,10]
Auch tierische Nebenerzeugnisse sollten differenziert betrachtet werden. Der Begriff umfasst verschiedene Teile eines Tieres. Das sagt allein noch nichts darüber aus, ob die Zutat ernährungsphysiologisch sinnvoll oder problematisch ist. Transparenter ist es jedoch, wenn der Hersteller genauer angibt, welche tierischen Bestandteile verwendet wurden.
Untersuchungen zur Deklaration von Tierfutter zeigen zudem, dass Verpackungsangaben und tatsächliche Zusammensetzungen nicht immer vollständig übereinstimmen können.[5] In einer kleinen Fallstudie aus Südkorea wurden bei einigen untersuchten Produkten Tierarten nachgewiesen, die nicht eindeutig zur Deklaration passten.[5] Solche Studien zeigen nicht automatisch, dass dies bei allen Produkten häufig vorkommt. Sie machen aber deutlich, warum eine transparente Deklaration wichtig ist.
Bilder und hervorgehobene Zutaten richtig einordnen
Verpackungen zeigen häufig große Fleischstücke, Gemüse, Kräuter oder andere optisch attraktive Zutaten. Solche Bilder können den Eindruck erwecken, dass diese Bestandteile einen großen Anteil im Futter ausmachen. Das muss aber nicht so sein.
Nach dem FEDIAF Labelling Code muss der Anteil einer Zutat angegeben werden, wenn diese Zutat auf dem Etikett besonders hervorgehoben wird. Das gilt zum Beispiel, wenn eine Zutat im Produktnamen, in einer Abbildung oder in einer auffälligen Werbeaussage erscheint.[7]
Für Verbraucher bedeutet das: Wenn auf der Verpackung groß mit Lachs, Rind, Huhn oder Karotten geworben wird, sollte auch erkennbar sein, wie viel davon tatsächlich enthalten ist. Fehlen genaue Mengenangaben oder stehen wichtige Zutaten nur sehr weit hinten in der Liste, lohnt sich ein genauerer Blick.
Besonders bei Sortennamen ist Vorsicht sinnvoll. Ein Futter mit „Huhn und Gemüse“ muss nicht automatisch viel Gemüse enthalten. Ebenso bedeutet ein Bild von frischem Fleisch nicht, dass der größte Teil der Rezeptur aus Muskelfleisch besteht. Aussagekräftiger sind konkrete Angaben wie „70 Prozent Huhn, davon 30 Prozent Muskelfleisch, 20 Prozent Herz und 20 Prozent Leber“.
Je genauer die Zusammensetzung erklärt wird, desto leichter lässt sich ein Produkt bewerten. Eine transparente Deklaration ersetzt aber trotzdem nicht die Bewertung der Nährstoffbalance. Auch ein sehr genau deklariertes Futter kann ungeeignet sein, wenn wichtige Nährstoffe fehlen oder ungünstig dosiert sind.[4,9]
„Natürlich“, „human grade“ und „premium“ kritisch bewerten
Begriffe wie „premium“, „super premium“ oder „Deluxe“ wirken hochwertig. Bei Tierfutter sind solche Begriffe aber häufig nicht klar geregelt. Hersteller können sie nutzen, ohne dass daraus automatisch eine bessere Zusammensetzung oder strengere Qualitätskontrolle folgt.
Ähnlich ist es bei Aussagen wie „human grade“, „frisch“ oder „natürlich“. Diese Begriffe vermitteln Nähe zu Lebensmitteln für Menschen. Viele Halter verbinden sie deshalb mit besserer Qualität, höherer Sicherheit oder besserer Verträglichkeit. Wissenschaftliche Übersichtsarbeiten zeigen jedoch, dass allgemeine gesundheitliche Vorteile solcher Konzepte bisher nur begrenzt belegt sind.[1]
Auch Zusatzstoffe und Konservierungsmittel werden in der Werbung oft negativ dargestellt. Das ist zu einfach. Viele Zusatzstoffe erfüllen eine konkrete Funktion. Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente helfen, ein Futter bedarfsdeckend zu machen. Antioxidantien können empfindliche Fette vor Oxidation schützen. Konservierung kann Verderb begrenzen und die Produktsicherheit verbessern.[1,9]
Umgekehrt bedeutet „ohne künstliche Zusatzstoffe“ nicht automatisch, dass ein Futter ausgewogen oder sicherer ist. Entscheidend ist, ob die fertige Rezeptur den Nährstoffbedarf zuverlässig deckt und unter kontrollierten Bedingungen hergestellt wurde.[1,9,10]
Verbraucher sollten Werbeaussagen deshalb immer mit den Pflichtangaben vergleichen. Dazu gehören Zutatenliste, analytische Bestandteile, Zusatzstoffe, Fütterungsempfehlung, Zielart und die Kennzeichnung als Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel.[7,9]
Analysewerte richtig lesen: Protein, Fett, Rohasche und Feuchtigkeit
Die analytischen Bestandteile liefern wichtige Hinweise auf die Zusammensetzung eines Futters. Dazu gehören Rohprotein, Rohfett, Rohasche, Rohfaser und Feuchtigkeit. Diese Werte sind nützlich, werden aber oft falsch interpretiert.
Ein hoher Proteingehalt bedeutet nicht automatisch hochwertiges Protein. Entscheidend ist auch, aus welchen Quellen das Protein stammt, wie gut es verdaulich ist und ob die Aminosäuren zum Bedarf des Tieres passen. Pflanzliche Proteinquellen können den Rohproteinwert erhöhen, ohne dass sie für Hunde oder Katzen dieselbe biologische Bedeutung haben wie gut verfügbare tierische Proteinquellen.
Auch der Feuchtigkeitsgehalt spielt eine große Rolle. Nassfutter enthält häufig etwa 70 bis 80 Prozent Wasser. Trockenfutter enthält meist deutlich weniger Feuchtigkeit. Dadurch wirken Protein- und Fettwerte bei Trockenfutter auf den ersten Blick höher. Für einen fairen Vergleich sollten die Werte auf Trockenmassebasis umgerechnet werden.
Ein Beispiel: Ein Nassfutter enthält 10 Prozent Rohprotein und 80 Prozent Feuchtigkeit. Die Trockenmasse beträgt also 20 Prozent. Auf Trockenmassebasis entspricht der Proteingehalt 50 Prozent. Die Rechnung lautet: 10 geteilt durch 20 mal 100 ergibt 50 Prozent Protein in der Trockenmasse.
Diese Umrechnung hilft, Nassfutter und Trockenfutter realistischer zu vergleichen. Sie sagt aber noch nichts über die Qualität des Proteins oder die Gesamtbalance der Rezeptur aus.
Auch Rohasche wird häufig missverstanden. Rohasche bezeichnet den gesamten Mineralstoffanteil nach vollständiger Verbrennung der organischen Bestandteile. Besonders hohe Werte können auf mineralstoffreiche Bestandteile hinweisen, etwa Knochenanteile oder zugesetzte Mineralstoffe. Rohasche ist jedoch kein direkter Qualitätsmangel. Entscheidend ist, ob die Mineralstoffe in einem sinnvollen Verhältnis enthalten sind.
Studien zur Nährstoffzusammensetzung kommerzieller Hunde- und Katzenfutter zeigen, dass einzelne Produkte von empfohlenen Nährstoffwerten abweichen können.[4] Deshalb sollten Analysewerte nicht isoliert bewertet werden. Sinnvoll ist immer der Blick auf Rezeptur, Zielgruppe, Fütterungsempfehlung und die Frage, ob das Produkt als Alleinfuttermittel geeignet ist.[4,9]
Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel: Der Unterschied ist entscheidend
Eine der wichtigsten Angaben auf der Verpackung ist die Zweckbestimmung. Ein Alleinfuttermittel soll den täglichen Nährstoffbedarf des Tieres vollständig decken. Ein Ergänzungsfuttermittel ist dagegen nur zur zusätzlichen Fütterung gedacht und reicht allein meist nicht aus.[9]
Gerade bei Nassfutter, Snacks, Toppings, Brühen oder Fleischdosen kommt es vor, dass Produkte hochwertig wirken, aber nur Ergänzungsfuttermittel sind. Sie können als Teil der Fütterung sinnvoll sein, sollten aber nicht dauerhaft als alleinige Mahlzeit verwendet werden, wenn sie nicht vollständig bilanziert sind.
Die FEDIAF Nutritional Guidelines beschreiben empfohlene Nährstoffgehalte für vollständige und ergänzende Futter für Hunde und Katzen. Diese Richtlinien dienen in Europa als wichtige Grundlage für die Entwicklung ausgewogener Rezepturen.[9]
Für Halter bedeutet das: Prüfen Sie immer, ob ein Produkt als Alleinfuttermittel gekennzeichnet ist. Besonders bei selbst zusammengestellten Rationen, reinen Fleischdosen oder stark reduzierten Rezepturen kann sonst eine Unterversorgung mit Calcium, Spurenelementen, Vitaminen oder essenziellen Fettsäuren entstehen.[9,10]
Ein hochwertig wirkendes Produkt ist also nicht automatisch vollständig. Die Kennzeichnung als Alleinfuttermittel ist kein Luxus, sondern eine zentrale Information für die tägliche Fütterung.
Funktionelle Zusätze und Gesundheitsversprechen kritisch prüfen
Funktionelle Zusätze spielen in der Vermarktung moderner Tierfutter eine immer größere Rolle. Besonders häufig werden Probiotika, Präbiotika, spezielle Ballaststoffe, Pflanzenstoffe oder Omega-Fettsäuren beworben. Hersteller verbinden diese Inhaltsstoffe oft mit Aussagen zu Darmgesundheit, Immunsystem, Haut, Fell oder allgemeinem Wohlbefinden.[6]
Einige dieser Zusätze können sinnvoll sein. Das gilt aber nicht automatisch für jedes Produkt mit einem entsprechenden Hinweis. Die Wirkung hängt unter anderem von der konkreten Substanz, der Menge, der Stabilität während der Lagerung und der gesamten Rezeptur ab.[6]
Bei Probiotika ist zum Beispiel wichtig, welcher Stamm enthalten ist und ob ausreichend lebensfähige Mikroorganismen bis zum Ende der Haltbarkeit vorhanden sind. Ein allgemeiner Hinweis wie „mit Probiotika“ ist weniger aussagekräftig als eine konkrete Deklaration des Stamms und der Menge.
Auch bei Präbiotika oder pflanzlichen Zusätzen sollten Verbraucher genau hinsehen. Begriffe wie „Balance“, „Vitalität“ oder „natürliche Unterstützung“ klingen positiv, bleiben aber oft unkonkret. Aussagekräftiger sind klare Angaben zu Inhaltsstoff, Menge und Zweck.
Gesundheitsversprechen sollten deshalb immer kritisch geprüft werden. Ein Futter wird nicht automatisch besser, nur weil einzelne Zusätze beworben werden. Entscheidend bleibt die gesamte Nährstoffversorgung.[6,9]
Verarbeitung, Haltbarkeit und Sicherheit realistisch einschätzen
Die Verarbeitung von Hunde- und Katzenfutter wird zunehmend kritisch diskutiert. Besonders Trockenfutter und stark verarbeitete Produkte werden manchmal mit menschlichen ultraverarbeiteten Lebensmitteln verglichen. Diese Gleichsetzung ist jedoch problematisch, weil Heimtierfutter andere Ziele und gesetzliche Anforderungen hat.[3]
Verarbeitung kann Nachteile und Vorteile haben. Hitze und technische Prozesse können einzelne empfindliche Nährstoffe beeinflussen. Gleichzeitig verbessern sie Haltbarkeit, Hygiene und Produktsicherheit. Gerade bei tierischen Rohstoffen spielt dieser Sicherheitsaspekt eine wichtige Rolle.[1,3]
Auch Nassfutter wird verarbeitet. Es wird in Dosen, Schalen oder Beutel abgefüllt und anschließend erhitzt, damit es haltbar und mikrobiologisch sicher bleibt. Trockenfutter wird meist extrudiert oder gebacken. Beide Herstellungsarten können zu bedarfsdeckenden Produkten führen, wenn die Rezeptur richtig formuliert ist.[3,9]
Minimal verarbeitet bedeutet deshalb nicht automatisch besser. Stark verarbeitet bedeutet ebenfalls nicht automatisch schlecht. Entscheidend ist, ob das fertige Produkt den Nährstoffbedarf deckt, sicher hergestellt wurde und vom Tier gut vertragen wird.[1,3,9]
Auch Lagerung spielt eine Rolle. Trockenfutter sollte trocken, kühl und gut verschlossen gelagert werden. Nassfutter sollte nach dem Öffnen gekühlt und zeitnah verbraucht werden. Verdorbene Fette, Schimmel oder falsche Lagerung können die Qualität stärker beeinträchtigen als die ursprüngliche Herstellungsart.
Typische Deklarationstricks auf einen Blick
- „Mit Rind“ klingt nach viel Rind, bedeutet nach FEDIAF aber mindestens 4 Prozent Rindanteil.[8]
- „Reich an Huhn“ bedeutet mindestens 14 Prozent Huhnanteil.[8]
- „Huhn Menü“ oder „Huhn Dinner“ bedeutet mindestens 26 Prozent der genannten Komponente.[8]
- Frischfleisch steht durch den hohen Wassergehalt oft weit vorne in der Zutatenliste. Das bedeutet nicht automatisch, dass der wasserfreie Anteil besonders hoch ist.
- Ein hoher Rohproteinwert sagt wenig über Verdaulichkeit, Aminosäurenprofil oder Proteinqualität aus.
- „Premium“ ist kein verlässlicher Qualitätsnachweis.
- „Natürlich“ bedeutet nicht automatisch bedarfsdeckend, sicherer oder besser verträglich.
- Bilder von Fleisch, Gemüse oder Kräutern können hochwertig wirken, müssen aber mit konkreten Prozentangaben abgeglichen werden.[7]
- Ergänzungsfuttermittel können sinnvoll sein, ersetzen aber kein vollständiges Alleinfuttermittel.[9]
- Gesundheitsversprechen wie „unterstützt das Immunsystem“ sollten nur dann ernst genommen werden, wenn die Deklaration konkrete Inhaltsstoffe und nachvollziehbare Mengen nennt.
Checkliste: So bewerten Hunde- und Katzenhalter ein Futter realistischer
Viele Verpackungen wirken hochwertig, obwohl die tatsächliche Zusammensetzung deutlich nüchterner ausfällt. Deshalb sollten Käufer nicht nur Werbeaussagen auf der Vorderseite lesen, sondern immer die vollständige Zutatenliste und die Analysewerte prüfen.[1,2,10]
- Lesen Sie zuerst die vollständige Zutatenliste, nicht nur die Vorderseite der Verpackung.
- Prüfen Sie, ob das Produkt ein Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel ist.[9]
- Achten Sie bei hervorgehobenen Zutaten auf konkrete Prozentangaben.[7]
- Ordnen Sie Begriffe wie „mit“, „reich an“ oder „Menü“ richtig ein.[8]
- Vergleichen Sie Nassfutter und Trockenfutter nur auf Trockenmassebasis.
- Bewerten Sie Proteinwerte nicht isoliert, sondern zusammen mit Proteinquelle, Rezeptur und Tierart.
- Prüfen Sie Rohasche nicht pauschal negativ, sondern im Zusammenhang mit der gesamten Mineralstoffversorgung.
- Seien Sie vorsichtig bei unklaren Begriffen wie „premium“, „natürlich“, „holistisch“ oder „human grade“.
- Achten Sie bei funktionellen Zusätzen auf konkrete Angaben zu Stoff, Menge und Zweck.[6]
- Berücksichtigen Sie Alter, Gewicht, Aktivität, Gesundheitszustand und Verträglichkeit Ihres Tieres.
Besonders bei Allergien, chronischen Erkrankungen, empfindlicher Verdauung oder speziellen Lebensphasen ist fachlicher Rat sinnvoll. Tierärzte oder spezialisierte Ernährungsberater können helfen, Analysewerte, Zutatenlisten und individuelle Bedürfnisse des Tieres gemeinsam zu bewerten.
Fazit
Deklarationen auf Tierfutterverpackungen sind nicht immer falsch, aber oft erklärungsbedürftig. Viele Begriffe wirken eindeutiger, als sie tatsächlich sind. Besonders Angaben wie „mit Rind“, „reich an Huhn“, „premium“ oder „natürlich“ sollten deshalb nicht isoliert bewertet werden.[7,8,10]
Für die Praxis zählt vor allem die Kombination aus Zutatenliste, Prozentangaben, analytischen Bestandteilen, Feuchtigkeitsgehalt, Fütterungsempfehlung und Zweckbestimmung. Ein Futter ist nicht automatisch hochwertig, weil die Verpackung modern aussieht oder einzelne Zutaten stark beworben werden.
Wer die wichtigsten Deklarationsregeln kennt, erkennt irreführende Angaben schneller. So lässt sich besser einschätzen, ob ein Futter nur gut vermarktet ist oder tatsächlich transparent und bedarfsgerecht zusammengesetzt wurde.
Quellen
- Matthew T. Jobe, Kevin M. Downs. Systematic Review and Meta-Analysis of Quality Claims Associated with Fresh Pet Food: Evaluating Scientific Evidence for Additives, Ingredient Quality, and Effects of Processing in Pet Nutrition. Animals. 2025. doi:10.3390/ani16010041
- Ai C, Akaichi F, Glenk K, Revoredo-Giha C, Costa-Font M. What Drives Pet Food Choices? A Systematic Literature Review. Animals. 2025. doi:10.3390/ani15223235
- Tanprasertsuk J, Tate DE, Tarr DS, Shmalberg J. Does the definition of human ultra-processed foods apply to dog and cat foods? A review of pet food processing techniques, their impact on health, and a call for pet food processing classification. Frontiers in Veterinary Science. 2026. doi:10.3389/fvets.2026.1690420
- Hyun-Woo Cho, Min Young Lee, Woo-Do Lee, Sang-Yeob Lee, Ki Hyun Kim, Kyoung-Min So. Nutritional Evaluation of Commercial Dog and Cat Foods Based on Key Nutrient Requirements. Animals. 2026. doi:10.3390/ani16060909
- Duri Lee, Thinh Dinh, Jong-Won Baek, Min-Ho Mun, Hyung-Eun An, Chang-Bae Kim. A case study on DNA barcoding for pet food mislabeling in South Korea. Italian Journal of Food Safety. 2023. doi:10.4081/ijfs.2023.11074
- Sujira Vuthisopon, Pitiya Kamonpatana, Khwanchat Promhuad, et al. Advances in Functional Pet Food Research: Health-Driven Ingredients, Nutritional Targets and Evidence-Based Claims. Animals. 2026. doi:10.3390/ani16081222
- FEDIAF. Code of Good Labelling Practice for Pet Food. European Pet Food Industry Federation. Publication October 2019.
- FEDIAF. Pet Food Labelling: A Guide for Customers. FEDIAF Code of Good Labelling Practice for Pet Food. Publication October 2018.
- FEDIAF. Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs. European Pet Food Industry Federation. 2025.
- WSAVA Global Nutrition Committee. Guidelines on Selecting Pet Foods. World Small Animal Veterinary Association. 2021.

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